Zsuzsanna Gahse

Zsuzsanna Gahse

Die Kostprobe von Zsuzsanna Gahse ist der Würfel Nr. 10 aus den "Donauwürfeln":

Gahse-Donauwuerfel-Nr-10- (pdf, 37 KB)

Werner Morlang

Werner Morlang

Als Textprobe von Werner Morlang eine Rede, die der Autor am 3. März 2006 in Bern gehalten hat:

Morlang_Kleine-Rede-zum-30 (pdf, 93 KB)

Carl Weissner

Carl Weissner (c) Heidelberger Literaturtage

Und hier eine Textprobe von Carl Weissner:

April 1968. Wenn man, aus Notwehr zugemüllt mit chemischen Substanzen, im Central Park unter einem Baum liegt, kann man sich einbilden, das tägliche Desaster Movie sei weit weg -- die 50 Paar Kampfstiefel mit nichts darin, zur Trauerfeier aufgereiht in Dak To; die drei oder vier schwarzen College-Studenten, mit Bajonettstichen der Nationalgarde ins Krankenhaus eingeliefert in Jackson, Mississippi -- aber es ist natürlich wie immer ganz nah und wird in Midtown von NBC und CBS für die nächste Nachrichtensendung aufbereitet.
Wer sich der Abstumpfung verweigert, kann eigentlich nur "den Krieg nach Hause holen" und seine Lebenserwartung verkürzen.

Ich mag diesen Robert Crumb, von dem jetzt Comics im East Village Other erscheinen. Er haßt Blumenkinder -- es sei denn, sie lassen ihn ran; er haßt Rockstars und Psychedelic Rock und Be-Ins und Love-Ins und Hippieklamotten und Blumen im Haar und den ganzen Rummel um Timothy Leary und Bob Dylan und Swami Satchidananda und Hare Krishna.
Er liebt alte Schellackplatten von vergessenen Bluessängern, er zeichnet am liebsten Girls mit dicken Waden und noch dickeren Ärschen (oft stark behaart) und herausfordernd erigierten Brustwarzen, und gleich sein erster LSD-Trip hat ihm bestätigt, daß er seit frühester Kindheit richtig liegt mit der Vermutung: Amerika ist ein Irrenhaus.

Wenn du ein paar hundert Stunden Berichterstattung aus Vietnam gesehen hast, in full color; wenn du zigmal den Polizeichef von Saigon gesehen hast, wie er den gefesselten Vietcong mit dem karierten Hemd auf offener Straße mit der Dienstpistole killt; wenn du schon wieder den südvietnamesischen Fallschirmjäger zu sehen bekommst, wie er dem auf die Knie gezwungenen und von zwei Mann festgehaltenen Gefangenen den rechten Fuß mit dem Springerstiefel voll ins Gesicht kickt -- wenn du es gesehen und gesehen hast, vor dem Bildschirm, aus den Augenwinkeln, in einem beschissenen Traum, und selbst noch vor dem leeren Bildschirm in der halben Stunde Sendepause vor den Sechs-Uhr-Frühnachrichten, bist du reif für die Käfersammlung im Museum of Natural History.

Katrin de Vries

Katrin de Vries (c) www.juergen-bauer.com

Katrin de Vries lässt uns die Erzählung Eikedina zukommen:

devries_eikedina (pdf, 42 KB)

Mikhail Shishkin

Mikhail Shishkin (cc) EFrolkina

Ein Auszug aus dem Roman Venushaar (aus dem Russischen von Andreas Tretner. München: Deutsche Verlags-Anstalt 2011) von Mikhail Shishkin:

Schischkin_Venushaar_Auszug (pdf, 1,241 KB)

Christian Steinbacher

Christian Steinbacher (c) StifterHaus Linz

Von Christian Steinbacher gibt es das Eröffnungsgedicht seines Gedichtbandes Winkschaden, abgesetzt. Gedichte und Stimmen als Lese-Kostprobe:

Grüße zeigen die Wörter nur bei sparsamem Zugriff,
Späße wolln jedoch blubbern, bis der Tag unterliegt,
altruistisch wie Zäpfchen krümmt sich Stapel wie Auflauf,
mit Verlaub, ehmals Inbild, heute nicht mal Dekor,
perzeptive Verwirrung wahrt noch immer ein Keltern,
kreischen Katzen des Nachts, stürzt das Vöglein vom Nest,
ist auch abgeknipst worden gar das letzte der Lichter
in der Front gegenüber, die uns kaum mehr beirrt.

(aus: Christian Steinbacher: "Winkschaden, abgesetzt. Gedichte und Stimmen", Wien: Czernin Verlag 2011.)

Angelika Reitzer

Angelika Reitzer (c) Aleksandra Pawloff

Angelika Reitzer schickt uns die Erzählung Sommersachen:

angelika-reitzer-sommersachen (pdf, 96 KB)

Urs Allemann

urs allemann, foto (c) ute schendel

Urs Allemann eröffent für 2011 den Reigen der Textproben hier am Sprachsalz-Blog mit dem Gedicht an den genossen sepp normalverraucher:

an den genossen sepp normalverraucher

sepp normalverraucher, wenn die schnecke josefine im black poem
tutet,
this is your aesthetics.
deine philosophien singen die rechnung des blue poem-quells.

pfeif, wenn dein gedicht piano das übliche tut
„uralte betriebe“
und „dunkle branche des schneckenflugs“.

du aber knackst mit weichen gedichten nüsse in die philosophie,
die pieno purple poems zischt
und du stampfst die phänomene schöner im dasein.

ein gedichtbusch flucht,
where deine lunar selbstcontemplations beissen.
o, wie al niente bist, sepp normalverraucher, du verwispert.

dein gedicht ist eine reflexion,
in die ein genosse „the waxy sciences“ tratscht.
ein black poem ist unsere wissenschaft,

daraus di quando in quando ein sanfter schneck den hals streckt
und adagio die schweren gedichte behauptet.
„on your aesthetics!“ piepst black poem,

der letzte gegenstand vertuteter kunstwerke.

Die AutorInnen 2011

Zur schnellen und leichten Auffindung finden Sie hier eine komplette Auflistung und Verlinkung der Text-, Audio- und Videobeiträge am Weblog, alphabetisch geordnet nach den Nachnamen der AutorInnen des Sprachsalz 2011:

Urs Allemann (Text, Audio, Sprachsalz-Abend Audio)
Monica Cantieni (Text, Audio)
Martin Crimp (Text, Audio)
Zsuzsanna Gahse (Text, Audio)
Maketa Groves (Audio, Sprachsalz-Abend Audio)
Norbert Gstrein (Audio)
Anne Marie Macari (Text, Audio)
Werner Morlang (Text, Audio)
Ohne Rolf (Video)
Taras Prochasko ( Audio)
Irene Prugger (Text, Audio)
Angelika Reitzer (Text, Audio)
Mikhail Shishkin (Text, Audio)
Christian Steinbacher (Text, Audio)
Gerald Stern (Text, Audio, Sprachsalz-Abend Audio)
Katrin De Vries (Text, Audio)
Carl Weissner (Text, Audio)

+ Sprachsalz-Club 1 (Audio)
+ Sprachsalz-Club 2 (Audio)
+ Sprachsalz-Club 3 (Audio)

+ Überraschungsgast #1: Alban Nikolai Herbst (Audio)
+ Überraschungsgast #2: Georg Klein (Audio)

Erste Infos zu Sprachsalz 2011

Auf der Sprachsalz-Website gibt es bereits erste Informationen zum 9. Sprachsalz-Festival. Lesen Sie dort erste Autorennamen sowie ein Gespräch über Bewährtes und Neues mit den Organisatoren Heinz D. Heisl, Elias Schneitter, Magdalena Kauz und Urs Heinz Aerni.

Das...

... wars, Sprachsalz 2010 ist Geschichte. Wir freuen uns schon aufs nächste Jahr, da findet das nächste Sprachsalz statt vom 9.-11. September 2011 - und sobald der Streaming-Server wieder verlässlich gehen wird, werden auch die Mitschnitte hier verlässlich zugänglich sein, es gibt also Grund, auch morgen nochmal hier aufs Sprachsalz-Blog zu schauen...

EDIT: Die Server-Probleme sind gelöst, Mitschnitte sollten jetzt tadellos funktionieren, sollten doch noch Probleme auftreten, bitte einfach hier in den Kommentaren melden, danke.

EDIT: Noch mehr Fotos vom Sprachsalz 2010 gibt es hier und hier.

Georg Klein

Georg Klein

Georg Klein, anmoderiert von Markus Köhle, liest aus "Roman unserer Kindheit":

Klein (mp3 Stream)

Gerhard Rühm und Monika Lichtenfeld

Monika Lichtenfeld und Gerhard Rühm

Die zwei Überraschungsgäste Nummer zwei, Gerhard Rühm und Monika Lichtenfeld lesen:

Rühm und Lichtenfeld (mp3 Stream)

John Wray

Martin Sailer und John Wray

im Gespräch mit Martin Sailer:

Gespräch Wray und Sailer (mp3 Stream)

Sprachsalz-Abend

Und hier die Mitschnitte vom großen Sprachsalz-Abend-Lesereigen:

Michel Butor

Michel Butor und seine deutsche Stimme Burkhard Jahn:

Butor (mp3 Stream)

Hettie Jones und Ernst Gossner

Hettie Jones und ihre deutsche Stimme Ernst Gossner:

Jones (mp3 Stream)

Georg Kreisler und Barbara Peters

Georg Kreisler und Barbara Peters:

Kreisler und Peters (mp3 Stream)

Sprachsalz-Club II

Sprachsalz-Club II

Urs Heinz Aerni diskutiert im Medienturm Ablinger.Garber mit den Schauspielern Verena Mayr, Burkhard Jahn und Ernst Gossner und der Schriftstellerin PEH das Thema "Wenn Schauspieler den Schriftstellern das Wort reden":

Sprachsalz-Club II (mp3 Stream)

Ein schöner...

Das Publikum

... zweiter Festivaltag neigt sich dem Ende zu und macht einem Festivalabend Platz - Fotos und Mitschnitte gibt es dann morgen hier.

Sprachsalz-Club I

Sprachsalz-Club I

Im Sprachsalz-Club I diskutiert Urs Heinz Aerni mit Franzobel, dem Literaturkritiker Thomas Rothschild und der litauischen Kulturattachée Rita Valiukonytė zum Thema: "Wozu schreiben? Wozu lesen? Was die Literatur soll":

Sprachsalz-Club I (mp3 Stream)

Carl Weissner

Fritz Ostermayer

Fritz Ostermayer liest aus "Manhattan Muffdiver" von Carl Weissner die Erzählung vom Begräbnis von Charles Bukowski:

Weissner (mp3 Stream)

Die...

... Serverprobleme sind doch hartnäckiger als gedacht, darum sind die Links auf die Mitschnitte in den Postings unten jetzt noch alle Platzhalter, bis der Server uns endlich gewogener sein wird...

Isolde Schaad

Isolde Schaad

Isolde Schaad liest aus Robinson und Julia:

Schaad (mp3 Stream)

Rainer Wieczorek

Rainer Wieczorek

Herbert Schrattenthaler

Rainer Wieczorek wird anmoderiert von Heinz D. Heisl und bei seiner Lesung aus der Tuba-Novelle unterstützt von Herbert Schrattenthaler an der Tuba:

Wieczorek (mp3 Stream)

Michael Lentz

Michael Lenz

Der Überraschungsgast Nummer eins, Michael Lentz, liest auf der Terrasse Gedichte aus "Offene Unruh":

Lentz (mp3 Stream)

Bald...

...beginnen schon wieder die Lesungen, dank schönem Wetter sogar auf der Terrasse.

Aktuelle Programmänderungen

Carl Weissner ist leider erkrankt: Das Sprachsalzteam wünscht gute Besserung!!!
  • Am Samstag (15 Uhr) liest Fritz Ostermayr Texte von Carl Weissner.
  • Am Freitag (22 Uhr) zeigen wir einen Film mit Carl Weissner
  • Das ‚Gespräch zur Person’ (Sonntag 12:30) führt Martin Sailer mit John Wray.
Themen der Gespräche mit Urs Heinz Aerni sind:

Samstag: Sprachsalz-Club I (16 Uhr Restaurant)

Wozu schreiben? Wozu lesen?Was die Literatur soll
Mit Franzobel und dem Literaturkritiker Thomas Rothschild

Sonntag: Sprachsalz-Club II

(11 Uhr Medienturm Ablinger.Garber)

Wenn Schauspieler den Schriftstellern das Wort reden.

Mit den Schauspielern Verena Mayr, Burkhard Jahn und Ernst Gossner und der Schriftstellerin PEH.

John Wray

John Wray

John Wray, anmoderiert von Jens Tönnemann und Robert Renk, liest in der Wäscherei P aus "Retter der Welt":

Wray (mp3 Stream)

Monika Helfer

Monika Helfer

Monika Helfer liest den Anfang ihres Romans "Bevor ich schlafen kann":

Helfer (mp3 Stream)

Leider...

Publikum

...sind die Probleme mit unserem Streaming-Server immer noch nicht gelöst, aber ich arbeite dran, Mitschnitte dann so bald wie eben möglich hier. Aber vielleicht wollen Sie Sich in der Zwischenzeit ein paar Fotos anschauen: Erste Fotos von Sprachsalz 2010

Fabio Stassi

Fabio Stassi

Fabio Stassi liest, Ernst Gossner übersetzt:

Stassi (mp3 Stream)

Hettie Jones

Hettie Jones

Hettie Jones liest Gedichte, Verena Mayr die deutschen Übersetzungen:

Jones (mp3 Stream)

Garbriele Loges

Gabriele Loges

Gabriele Loges liest Gedichte aus "Der Tisch des Dichters" und "etwas Leichtes":

Loges (mp3 Stream)

Katharina Lanfranconi

Katharina Lanfranconi

Katharina Lanfranconi liest eine Auwahl aus ihren fünf Gedichtbänden:

Lanfranconi (mp3 Stream)

Michel Butor

Michel Butor

Michel Butor liest und Burkhard Jahn leiht ihm seine deutsche Stimme:

Butor (mp3 Stream)

Und wenn...

...der Server, auf den die Mitschnitte geladen werden sollten, wieder will, werden sich hier bald die Mitschnitte von heute finden, bleiben Sie also dran.

Sigitas Parulskis

Sigitas Parulskis

hier im Gespräch mit Urs Heinz Aerni und Übersetzerin Lina Kaiser liest aus "Drei Sekunden Himmel" und Gedichte, Ernst Gossner leiht ihm die deutsche Stimme:

Parulskis (mp3 Stream)

Franzobel

Franzobel

wird von Markus Köhle vorgestellt und liest aus "Österreich ist schön. Ein Märchen" und "EIXT III":

Franzobel (mp3 Stream)

Peh

Peh

vorgestellt von Martin Kolozs, erklärt was Poetry Slam ist und performt den Text "Es gibt diese Tage":

Peh (mp3 Stream)

Erika Wimmer

Erika Wimmer

anmoderiert von Heinz D. Heisl, liest am Freitag auf der Terrasse aus ihrem Roman "Die dunklen Ränder der Jahre":

Wimmer (mp3 Stream)

In wenigen Minuten...

Mein Arbeitsplatz

... beginnt das Sprachsalz 2010, das Festivalbüro füllt sich bereits, mein Arbeitsplatz steht - bald gibt es hier also die ersten Mitschnitte von den Lesungen.

Nur mehr...

sunset

... zwei Tage bis zum Sprachsalz 2010 in Hall i.T. - und dann werden sich hier auch wieder Mitschnitte, Bilder und Eindrücke von den Lesungen sammeln. Ich freu mich schon.

Gabriele Loges

quelle: www.schriftsteller-in-bawue.de/impress.php

Von Gabriele Loges der Anfang des Textes "Vielleicht ist es ja nur ein Traum", erschienen in: Ausgehen, 19. Würth-Literaturpreis. Mit e. Vorw. v. Feridun Zaimoglu. Hrsg. v. Dorothee Kimmich. Swiridoff Verl. 2008, S. 85 ff.:

Weißt du, hat er zu mir gesagt, weißt du, eigentlich kann es nicht wahr sein. Ich sehe sie, sagte der Mann dann noch, ich sehe sie, wie sie die Treppe hinunterrennt, sich umdreht, ihr braucht nicht auf mich zu warten, geht schon mal ins Bett, in eurem Alter ist das vernünftiger. Was wusste sie schon vom Alter. Vor dieser Nacht waren wir jung.
Und dann, fuhr er fort, und dann waren wir so froh, dass wir nichts gemacht haben, gegen das Mädchen, das andere, das noch gekommen ist, zwei Jahre zuvor, obwohl meine Frau doch schon über vierzig war und die Kollegen bei der Arbeit mich fragten, ob ich eingeschlafen wäre, auf ihr. Jetzt sind wir froh, die Kleine hat uns gebraucht.
Wir haben sie gebraucht.
Für meine Frau, meine Elsa, war es noch schlimmer. Beinahe hätte sie es nicht geschafft. Die Ärzte haben dann geholfen, aber sie musste in den sechsten Stock, musste ins Krankenhaus, du weißt schon, im sechsten Stock sind die Verrückten. Doch dort hat sie es nicht ausgehalten, auch ich nicht, wenn ich sie besucht habe. Ich wollte nicht mehr hingehen, aber die Große hat gesagt, Papa, du musst, Mama braucht dich jetzt, aber bei mir hat sie immer angefangen zu weinen: wo ist sie, sag es mir doch, wo ist sie? Aber ich wusste es auch nicht. Einmal habe ich sie noch gesehen. Annerose, ein schöner Name, findest du nicht? Davon wollte ich meiner Frau nichts erzählen, das hätte ihr überhaupt nicht geholfen, im Gegenteil. Elsas Gesicht wurde in diesem Jahr ganz rund, alles an ihr wurde rund wie ein Mond und weich und leer. Nur wenn ich bei ihr war, kam ein wenig Glanz in ihre Augen, sie wollte alles wissen, wollte wissen, wie Annerose aussah, und ob nicht alles doch ein Traum gewesen sei, aber ich habe nichts gesagt, die Erinnerung ist grausam, die Vergangenheit immer schneller als die Zukunft.
Ausgerechnet von mir wollte sie Hilfe. Wenn ich beim Rasieren im Spiegel meine leeren Augen gesehen habe, bin ich weggegangen, meist ins Wirtshaus.
Als meine Frau wieder zu Hause war, hat sie überall im Haus Bilder von Annerose aufgestellt. Sie suchte wie eine Verrückte nach einem Foto, auf dem sie lacht, als Schulkind, bei der Erstkommunion, bei der Schulentlassfeier, nachher beim Abschluss der Lehre, nirgendwo lacht Annerose. Dabei lachte sie oft, nur nicht auf Fotos. Elsa, sagte er, Elsa geht jeden Tag auf den Friedhof; so, als müsse sie sich vergewissern.

Michel Butor

quelle: quelle: de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Michel-Butor.jpg

Ein Gedicht von Michel Butor:

JE DIMINUE

(pour Marie-Jo)

Avez-vous revu récemment
notre vieux Michel il n'est plus
si sémillant si frétillant
qu'auparavant il était bon
d'ailleurs qu'il s'assagisse un peu
même si à travers son rire
tonitruant il y avait
toujours chez lui du taciturne

Il était resté longtemps jeune
presque un enfant toujours ailleurs
poursuivant problèmes chimères
et puis retombant sur la Terre
avec un regard étonné
en essayant de compenser
maladroitement son absence
par un surcroît de politesse

À vrai dire je l'ai croisé
il y a juste quelques jours
à quelque commémoration
je l'ai reconnu tout de suite
en me disant sur le moment
qu'il avait pourtant bien changé
front dégarni pas mal de ventre
paupières bouffies maintes rides

Oui de plus en plus dur d'oreille
mais on ne sait exactement
quand il vous répond à côté
si c'est vraiment la surdité
ou bien distraction dérobade
car au bout de quelques instants
émergeant rieur de ses brumes
il retrouve le fil perdu

Il se plaint parfois plaisamment
ma mémoire me joue des tours
le matin quand je me promène
c'est de moins en moins longuement
le territoire que j'arpente
se rétrécit de plus en plus
j'admire au détour des chemins
les régions que je préférais

Apprendre hélas je voudrais bien
c'était le plus grand des plaisirs
mais le moindre appareil nouveau
me rend honteux de maladresse
sans parler des ordinateurs
que les enfants savent si bien
piloter dans leurs aventures
effleurant les champs du savoir

Ce qui diminue sûrement
c'est le nombre des jours qui reste
à vivre on ne peut le savoir
que lorsqu'on arrive au dernier
alors les autres se souviennent
font des calculs et aperçoivent
le moment fatal approcher
dans l'ombre des rétrospectives

Contre la mauvaise fortune
faisant bon coeur on se persuade
que ce que l'on perd d'un côté
en endurance et gaillardise
on peut le regagner ailleurs
on découvre les avantages
de la lenteur pour infiltrer
les fissures des lendemains
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